"Sub City 2064" album was Editor’s Top Three CDs in Guitar Player magazine’s september issue of 2010.


Ragazzi Magazine June 2011
Erdem Helvacioglu & Ros Bandt "Black Falcon" (Pozitif Music 2010)

Erdem Helvacioglu spielt elektrische Gitarre und Live-Electronics, Ros Bandt die Tarhu, ein Saiteninstrument, das im historischen Asien entwickelt wurde und nicht nur in vieler Art von Weltmusik gespielt wird. Beide sind Meister an ihren Instrumenten. Die Australierin Ros Bandt hat vielen Projekten zu Erfolg verholfen, ist vielseitig aktiv, auf ihrer Webseite nennt sie sich Sound Artist, Composer, Performer - etliches mehr. Der türkische Elektroniker Erdem Helvacioglu entwirft elektronisch-ambiente Sounds zwischen Neuer Musik, den Ambient Projekten von King Crimson, experimenteller Musik und Folk/Jazz.
"Black Falcon" geht unter die Haut. Der Sound der Aufnahmen ist außergewöhnlich gut, der Klangrahmen weit, Höhen und Tiefen haben Volumen und Raum, die Aufnahmen in den ABC Studios in Melbourne, Australien, sind allein schon klangtechnisch außerordentlich perfekt gelungen. Zudem ist die Produktion in den Händen Erdem Helvacio?lus erlesen, wenn nicht genial und wird nicht nur Freunde anspruchsvoller komplexer ambienter Musik gefallen. Beide Musiker, außergewöhnliche, inspirierte Künstler auf Augenhöhe mit enormem Tiefgang, prägen das Werk gleichermaßen und doch sind die Gewichtungen auf Grund der Besonderheit der Instrumente unterschiedlich verteilt. Der folkloristische Klangeindruck der Tarhu im melodisch geprägten Spiel ist weitaus vordergründiger, deutlicher, präsenter als der kraftvolle Background des Elektronikers. Und doch wäre das Spiel des Einen nichts ohne den des Anderes. Ros Bandt spielt eine große Bandbreite zwischen asiatisch anmutender Folklore bis zu atonaler Expression, Erdem Helvacioglu baut den abstrakten experimentellen Rahmen, der düstere oder bewegte Klänge ins Off malt, als käme ein Gewitter auf, nähere sich ein riesiger Bienenschwarm, elektronische Geräusche spielen sich im Untergrund ab, hier Farbverstärkung nur, dunkel, kräftig, in sich bewegt, sein Gitarreneinsatz ist weitaus verspielter, hat helleren Klang und wirkt als melodischer Gegenpart zur Tarhu deutlicher, wenn Erdem die Gitarre auch nie herkömmlich spielt, sondern Sounds entwirft, die einmal mit Hall, dann im klimpernden Melodiespiel für Farbtupfer sorgen und nicht für "echte" Melodien. In den 7 Stücken und 52 Minuten baut das Duo zwar erhebliche Disharmonien und kratzig-expressive Töne aus, die alles andere als süßlich und harmonisch-eingängig sind, aber dennoch im Gesamtarrangement stets ambient und zart bleiben. Der Aufnahme ist stets ein dezenter Überhall beigemixt, so dass der Ton tragend, hell und klar wirkt, die Aufnahmen zart und verständlich - für geübte Hörer. Doch auch unbedarfte Hörer können Gefallen an den Sounds finden, wenn sie sich auf das Experiment einlassen, erst einmal von jeder bekannten und herkömmlichen Idee von Allgemeinklang abzulassen.
Ganz besonderes Werk!

erdemhelvacioglu.com
rosbandt.com
Ragazzi Magazine June 2011
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Black Falcon